St. Katharina
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Im Jahr des Herrn 1293, am 7. Dezember, also vor mehr als 700 Jahren, wird die Wickerer Kirche erstmals urkundlich erwähnt und bereits 1294 spricht eine weitere Urkunde von der „Pfarrei Wicker“.
Im Jahr 1480 wurde der Turm unserer Kirche umgebaut.1814 wurde das gotische Gewölbe dies Kirchenschiffes wegen Einsturzgefahr abgetragen. Dabei wurde das Kirchenschiff nach Westen verlängert und erhöht, ebenso wurden die Fenster erneuert.
Allerdings musste der damalige Um- und Erweiterungsbau sehr schlicht ausgeführt werden, denn die Pfarrei war im Zeitalter der Französischen Revolution und den anschließenden Napoleonischen Kriegen sehr verarmt und trug schwer an den Folgen der Besatzung durch fremde Truppen.
Von dem gotischen Bau blieben nur der Chorbogen, das zierliche Sterngewölbe der Apsis im Erdgeschoss des Turmes und die Spitzbogenfenster im Chor erhalten.
Der wehrhafte Turm ist wohl wesentlich älter als die Kirche und war vielleicht ursprünglich als Wachturm gebaut worden. Er soll sogar auf einen römischen Wachturm zurückzuführen sein. Der Schlussstein des später in das Erdgeschoss des Turmes eingebauten Sterngewölbes trägt das Wappen der Grafen von Eppstein, unter deren Herrschaft Wicker vom Ende des 12. Jahrhunderts bis ins Jahr 1535 stand. Beim Um- und Erweiterungsbau von 1814 wurde zugleich ein Teil des ebenfalls baufälligen Turmes abgetragen und mit einem niedrigen Zeltdach abgeschlossen.
Die später errichteten neugotischen Altäre zeigen verschiedene Heiligenfiguren, u.a. die Patronin der Kirche, die Hl. Katharina von Alexandria.
Sehenswert (und deutlich älter) sind die Gottvater-Büste über dem Chorraum, die Taube im Kanzeldeckel und ein Kreuz mit lebensgroßem Korpus – das z.Zt. nicht aufgehängt ist. Sie gehören zu einer Dreifaltigkeitsgruppe, die einst die Hauptstücke des Hochaltars bildeten und im 18. Jahrhundert als Geschenk der Kartause in Mainz nach Wicker gekommen waren.
In den Medaillons der Kirchenfenster sind Darstellungen aus dem Leben Jesu zu sehen.
Im Jahre 1990 wurde die Kirche gründlich renoviert und restauriert und in den heutigen Zustand gebracht. Der Zelebrationsaltar aus rotem Sandstein wurde im gleichen Jahr eingeweiht. In die Altarnische konnte eine Relique der Hl. Hildegard von Bingen eingesetzt werden.